Die Ringelblume ist „Heilpflanze des Jahres 2009“

Sie schließt Wunden und wirkt beruhigend auf das Nervensystem

Der Naturheilverein Theophrastus hat die Garten-Ringelblume (Calendula officinalis) zur Heilpflanze des Jahres 2009 gekürt. Wissenschaftlich belegt ist die positive Wirkung der Ringelblume bei schlecht heilenden Wunden einschließlich Unterschenkelgeschwüren, bei Verbrennungen und Ekzemen. Nachgewiesen wurden ebenfalls blutfettsenkende, gallenflussanregende und abwehrsteigernde Eigenschaften. Traditionell wird die angenehm duftende Ringelblume neben äußerlichen Anwendungen auch innerlich eingesetzt, zum Beispiel bei Magen-Darm-Störungen und Magengeschwüren, Gallebeschwerden, Leberschwäche und Menstruationsproblemen. Auf das Nervensystem wirkt die Ringelblume beruhigend.

(Quellenangaben Text: www.nabu.de; Bilder: ©Dieter Haugh/Pixelio.de)

Geschichtliches

Geschichtliches

Erste Aufzeichnungen über die Verwendung als Heilpflanze finden sich im 12. Jahrhundert bei der Äbtissin Hildegard von Bingen. Sie empfiehlt „Ringula“ bei Vergiftungen durch üble Speisen. Leonhardt Fuchs, Professor an der Universität Tübingen, schreibt 1542 in seinem „New Kreuterbuch“: „Die Blum in die Laug gelegt, macht schön gelb Har.“

Über Jahrhunderte hinweg stand die Garten-Ringelblume bei Bauern als „Wetterprophet“ in hohem Ansehen, denn sie faltet ihre Blüten zusammen, wenn schlechtes Wetter mit Regen aufzieht. Bei vielen Völkern gilt die Ringelblume als Symbol für die Unvergänglichkeit, weil sie den ganzen Sommer über immer wieder blüht und sich auch immer wieder selbst aussät. Aus diesem Grund war sie eine beliebte Grabpflanze und trug auch den Namen Totenblume.

Namensgebung

Der Name Ringelblume geht ist auf ihre ringförmigen Früchte zurück. Dabei bilden sich aus den außen liegenden Zungenblüten Klettfrüchte, die dann von Tieren verbreitet werden. Aus den mittleren Blüten entstehen leichte, teils luftgefüllte Samen, die der Wind verbreitet. Ganz innen im Blütenstand sind die Früchte wurmartig gekrümmt, sie werden oft von Ameisen verbreitet. Einen Pappus, das für so viele Korbblütler typische Flugschirmchen, haben die Ringelblumenfrüchte allerdings nicht.

Der wissenschaftliche Artname officinalis verweist auf ihrer Heilwirkung – nach dem lateinischen officina für Werkstatt, das auch den Raum bezeichnete, in dem Arzneien hergestellt wurden. Der Ursprung des Gattungsnamens Calendula ist dagegen nicht eindeutig geklärt. Sprachforscher halten einerseits calthula für möglich, mit dem typischerweise gelbe Frauenkleider bezeichnet wurden, wie auch calathus (geflochtener Korb) als Hinweis auf die Körbchenform und auf die Sitte, Ringelblumen in Blütenkörbe einzuflechten.

Pflanzenbeschreibung

Pflanzenbeschreibung

Die Ringelblume ist ein einjähriges Korbblütengewächs mit einer etwa 20 Zentimeter langen Pfahlwurzel. Die 30 bis 60 Zentimeter hohe Pflanze bildet an dem aufrechten, teilweise verzweigten, filzigen Stängel ab Juni zwei bis fünf Zentimeter breite Blütenkörbchen, die farblich zwischen hellem Gelb und kräftigen Orange variieren. Heimat der ursprünglichen Wildpflanze ist wohl der Mittelmeerraum, wo es mehr als ein Dutzend verschiedenen Calendula-Arten gibt; heute ist sie aber ausschließlich in Kultur bekannt. Einzige in Mitteleuropa wild wachsende Ringelblume ist die hellgelb blühende Acker-Ringelblume (Calendula arvensis). Sie ist leider äußerst selten geworden.

Wildbiene und Ringelblume

Im Garten sind Ringelblumen sehr leicht zu kultivieren. Im April ausgesät, blühen sie vom Juni an bis zu den ersten stärkeren Frösten. Zur Abwehr von Fadenwürmern kann ma Gemüsebeete, Kartoffel- oder Erdbeerpflanzungen mit Ringelblumen umranden. Als Gründünger sorgen sie für eine Bodenverbesserung, indem sie mit ihren Pfahlwurzeln die Erde tief lockern, Restnährstoffe binden und so den Boden vor Auswaschung bewahren. Abgeschnitten, zerkleinert und leicht angetrocknet, können die Pflanzen auch oberflächlich in den Boden eingearbeitet werden.

Heilwirkung

Heilwirkung

Die Ringelblume wird in der Volksmedizin bei äußerlichen Wunden empfohlen. Sie hilft bei Abschürfungen, Brandwunden, Schnittverletzungen, ist Entzündungshemmend, bekämpft Bakterien, Viren und Pilze. Allein die intensive Farbe der Blüten weist auf den hohen Gehalt an Wirkstoffen hin. Ihre antiseptischen und adstringierenden Eigenschaften machen die Ringelblume zu einem wirksamen Mittel bei angegriffener und entzündeter Haut, bei Sonnenbrand, Krampfadern, Akne und Hautausschlägen.
Die Wirksamkeit der Pflanze war schon Hildegard von Bingen bekannt und sogar den griechischen Heiler Theophrast.

Die Wirkung der Ringelblume beruht auf der Vielzahl ihrer Inhaltsstoffe. Deswegen kommt immer das Gesamtextrakt zum Einsatz, so zum Beispiel in Salben, Tinkturen, Shampoos, Nationen oder in Badezusätzen. Für Heilzwecke werden die voll entfalteten Blüten gesammelt. Zur weiteren Verarbeitung verwendet man nur die abgezupften Blütenblätter. Wässrige Aufgüsse wirken schmerzstillend, pilzabtötend, bakterien- und virenhemmend. Entzündungshemmende Stoffe werden durch einen Alkoholaufguss gelöst. Und wer die heilende Wirkung auf die Haut nutzen möchte, der sollte ein Ringelblumenöl oder eine Salbe bevorzugen. Wem das alles zu viel Aufwand bedeutet, der kann Ringelblumenprodukte zu Heilzwecken genauso im Reformhaus oder der Apotheke kaufen. Auch in vielen kosmetischen Produkten zur Schönheitspflege, in Lippenpomaden oder Zahncremes Calendula enthalten.

...in der Küche

Ringelblumen können Abwechslung und Farbe auch in die Speisen bringen. Die filzig behaarten Blätter erzielen eine interessante geschmackliche Note in Blatt- oder Wildkräutersalaten. Die Blütenblätter sind für verschiedene herzhafte Brotaufstriche, Blütenbutter, Suppen oder in Kuchen verwendbar. In früheren Zeiten hat man mit den carotinhaltigen Ringelblumen auch Butter und Käse gefärbt.

...hier eine Rezeptidee..."Blütensalat"

für 4 Personen:

1 Kopfsalat oder Mischung verschiedener Blattsalate
1 Handvoll Kapuzinerkresseblätter, in feine Streifen geschnitten
1 Sammlung verschiedener Blüten, z. B. Boretsch, Kapuzinerkresse, Gänseblümchen, Ringelblumen, Hornveilchen, Fenchel, Dill, Schnittlauch – je nach Jahreszeit und je nachdem, welche Blüten gerade greifbar sind

Für die Vinaigrette:
4 EL Olivenöl
1 EL Aceto balsamico
1 EL Weißweinessig
1 EL Himbeeressig
1 TL Dijon-Senf
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
ein paar Spritzer Zitronensaft
Salz
Pfeffer
evtl. 1 Prise Zucker

Den Salat putzen, waschen, abtropfen lassen. Die Blätter auf Tellern verteilen. Olivenöl, Aceto balsamico, Himbeeressig, Dijon-Senf und Zitronensaft mit dem Schneebesen cremig schlagen, ersatzweise den Pürierstab nehmen. Mit Salz und Pfeffer und evtl. etwas Zucker abschmecken. Zum Schluss die Kräuter unterrühren und die Vinaigrette über den Blattsalat träufeln. Mit essbaren Blüten, die man von einem Spaziergang mitbringt oder im Garten findet, bestreuen. Wer mag, kann den Salat mit gehackten Walnüssen oder in dünne Scheiben geschnittenen rohen Champignons anreichern. ...zurück zur Übersicht

Follow us
Facebook
Instagram
Youtube
LinkedIn
Twitter
Kontakt
Naturheilpraxis
Oliver Lorey
Im Lochseif 18
63517 Oberrodenbach
Kontakt
Telefon: 06184/2056646
E-Mail: naturheilpraxis_lorey@yahoo.de
Internet: www.naturheilpraxis-lorey.de
Öffnungszeiten